Vorderansicht der Willy-Brandt-Schule 1974

Vorderansicht (ohne Turnhalle) der heutigen Willy-Brandt-Schule, 1974

Historische Aufnahme

Historische Aufnahme, hinten die heutige Schule

Geschichtliches

Willy-Brandt-Oberschule / Wedding
Grüntaler Str. 5 / Badstr. 10/10 A

An dieser Stelle befand sich die Markthalle XII, die 1898 abgerissen wurde. 1913–1915 entstand nach Entwürfen von Ludwig Hoffmann und Mitarbeitern eine vier- bis viereinhalbgeschossige Dreiflügelanlage in geschlossener Bebauung. Der verputzte Mauerwerkbau im neobarocken Stil trägt schmückende und gliedernde Teile in grauem Muschelkalk. Die symmetrische Fassade, betont waagrecht gegliedert, zeigt einen zurückgesetzten mit sechs Säulen abgeschlossenen Eingangsbereich. Die Mittelachse trägt bildhauerischen Schmuck.

1915 zog hier die VIII. Pflichtfortbildungsschule für Jünglinge ein, die Ausbildung zum Maschinenbauer, Mechaniker und Schlosser, aber auch für Anlernlinge betrieb. Hinzu kam die 1. Fachschule für Maurer, Zimmerer und Dachdecker und einige Jahre später die 13. Fachschule für Töpfer. Mit mehrfach wechselnden Schulnamen erfolgte im Haus durchgängig Berufsausbildung verschiedener Fachrichtungen.

Ab 1945/46 fanden hier Kurse der Volkshochschule statt. Im Oktober 1949 entstanden im Gebäude die Gewerbliche Berufsschule für Maschinenschlosser, III,1 und die Gewerbliche Berufsschule für Elektriker, III, 3.

Erstere entwickelte sich bis 1980 zur 2. Fachoberschule und Berufsschule Wedding. Als 1982 in Mitte das Oberstufenzentrum (OSZ) Maschinen-, Fertigungs- und Kraftfahrzeugtechnik entstand, wurde sie aufgehoben. Letztere zog 1959 in einen Neubau in der Osloer Straße. 1982 hielt die Poelzig-Oberschule, Berufsschule für Bauhandwerker, Einzug, ging 1986 in das OSZ Bau-/Holztechnik (Spandau) über und wurde im Wedding aufgehoben.

Die Ausbildungsrichtung wechselte nun grundlegend: Das Haus nahm die Karl-Bröger-Schule (Hauptschule) 1990 bis 1994 aus der Utrechter Straße auf und ebenso die Frithjof-Nansen-Oberschule (Realschule) aus der Gotenburger Straße 7/9; dann wechselten beide zur neu eröffneten Oberschule am Brunnenplatz, Pankstraße 70, um dort unter diesem Namen eine integrierte Haupt- und Realschule zu gründen.

Erst mit Schulgründung am 1.8.1992 beginnt die Geschichte der 1. Oberschule (Gesamtschule), die 1993 den Namen Willy Brandts erhielt. Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz.

Quellennachweis:
© Edition Luisenstadt, 2002 (Stand: 07/10/2009)
Berliner Bezirkslexikon, Mitte (www.berlingeschichte.de/lexikon/lndex.html)

»Die Zukunft wird nicht gemeistert von denen, die am Vergangenen kleben.«

Willy Brandt

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